Brief der Montagsdemo Mannheim an die FIFA in Zürich

Mannheim, den 1.7.2014: "An den Generalsekretär der FIFA Jerome Valcke Zürich-Hottingen/Schweiz

Sehr geehrter Herr Valcke,

sehr geehrte Herren Vorstandsmitglieder der FIFA,

wir – die Montagsdemo-Bewegung Mannheim/Deutschland – haben auf unserem öffentlichen Meeting am 23.6.2014 über die Rolle der FIFA insgesamt, aber speziell über deren Verhalten im Vorfeld der WM 2014 in Brasilien und 2022 in Katar, diskutiert.

Mit diesem Schreiben wollen wir den Protest der zwar Fußball-begeisterten, dennoch kritischen Menschen zum Ausdruck bringen.

Wir kritisieren, dass der Verband sich aufführt wie ein kapitalistischer Großkonzern, der Einfluss auf die Gesetzgebung derjenigen Länder nimmt, in denen die WM ausgetragen wird und keinerlei Rücksicht auf die dort lebenden Menschen sowie die Umwelt nimmt! Einwohner werden aus ihren Häusern vertrieben ohne adäquaten Ersatz; Fußballstadien werden mitten in den Urwald gesetzt und sind so überdimensioniert, dass sie nie mehr gebraucht werden können. Gleichzeitig fordert die FIFA von dem austragenden Land, dass nicht die Einwohner an den „Randerscheinungen“ der WM – z.B. durch Getränke- oder Essensverkauf vor den Stadien – verdienen dürfen, sondern nur die Sponsoren der FIFA. Ganz davon abgesehen, dass die FIFA kein Augenmerk auf die Situation der Arbeiter, die die Stadien z.B. in Katar bauen, richtet. Dort leben und arbeiten insbesondere ausländische Arbeiter unter den grässlichsten Bedingungen – z.T. mit Todesfolge!  

Die austragenden Länder werden durch die totale Überdimensionierung der WMs und damit verbundener völliger Überschuldung in den Ruin getrieben, den sie praktisch nur verhindern können, wenn sie diese Lasten auf den Rücken der Menschen abladen. Dagegen protestieren auch die Brasilianer selbst, die wirklich Fußball-begeistert sind, aber trotzdem die Millionen Dollar für Bildung, Häuser, Gesundheit dringender benötigen. Aber in Zusammenarbeit mit der FIFA geht der brasilianische Staat her und unterbindet stattdessen diese berechtigte Kritik durch massiven Polizei- und Militäreinsatz.

Die Montagsdemo-Bewegung in Mannheim protestiert gegen die radikale Kommerzialisierung des Fußballs durch den Weltverband FIFA! Fußball-Spielen gehört in allen Ländern der Welt zu dem Spiel der Massen und der Jugend schlechthin; es hat seinen tiefen Sinn nicht nur im Kräfte-messen, sondern vor allem in der freundschaftlichen Auseinandersetzung miteinander. Fußball ist völkerverbindend und solidarisch und kennt keinen Rassismus. In diesem Sinne wollen und sollen auch die internationalen Mannschaften aufeinander treffen. Das wollen die Menschen weltweit erleben! Aber sie wollen nicht, dass ein Weltverband seinen Reibach mit der WM macht, der zulasten der Völker geht!

 

Die Montagsdemo-Bewegung ist solidarisch mit dem Protest der brasilianischen Bevölkerung!

Unsere Forderungen sind:

  • Stoppen Sie die WM-Planungen und –Arbeiten in Katar!
  • Entschuldigen Sie sich bei der betroffenen brasilianischen Bevölkerung für das ihr angetane Unrecht und sorgen Sie für angemessenen Schadensausgleich!
  • Sorgen Sie dafür, dass die FIFA sich in Zukunft bescheidener und dafür sportorientierter verhält!
  • Fördern Sie rückhaltlos den Breiten- und Amateurfußball weltweit!
  • Treten Sie zurück mitsamt dem 24-köpfigen Vorstand der FIFA!

 

Im Namen der Montagsdemo-Bewegung Mannheim:

 

 

 

Schreiben verabschiedet am 30.06.2014"

 

 

 

 

 

 

 

 

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