Tolle Veranstaltung zum Internationalen Frauentag

08.03.2012 Heute versammelten sich ca. 180-200 Frauen und Männer am Paradeplatz, um den Internationalen Frauentag zu feiern. Der Platz wurde von 16-18:00 zum "Platz der Frauen" umbenannt.

Ein breites Bündnis unter dem Frauennetzwerk hatte zu dieser Veranstaltung aufgerufen. Mehrere Rednerinnen wiesen auf die heute immer noch aktuelle Bedeutung des Frauentags hin. Verdi Frauen riefen zur Solidarität mit den von Kündigung bedrohten Frauen bei "Schlecker" auf. Es entwickelte sich eine fröhliche, aber kämpferische Stimmung. Ein Höhepunkt war dann die "Reise zu den Frauen in der Welt", indem über die Situation der Frauen in den verschiedensten Ländern berichtet wurde.

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Auch die MLPD arbeitete in dem breiten Bündnis mit und unterstützte die Aktivitäten. Am Büchertisch der MLPD wurden verschiedene Literatur verkauft. Das Interesse ein einem grundsätzlichen Ausweg vom Kapitalismus war zu spüren.

Die Rede der MLPD, Kreis Rhein-Neckar kam gut an und ist hier nochmals nachzulesen:

 

101. Internationaler Frauentag

Vor 101 Jahren feierten und demonstrierten erstmals über eine Million Frauen anlässlich des internationalen Frauentags.

In diesem Jahr ist die Frauenbewegung in Deutschland und europaweit besonders herausgefordert zur Solidarität mit den Schlecker-Frauen. 12.000 überwiegend Frauenarbeitsplätze sollen bei Schlecker und 908 bei der Schlecker-Tochter „IhrPlatz“ vernichtet werden.

Während zu Beginn des letzten Jahrhunderts der Kampf um das Frauenwahlrecht und die gleichen bürgerlichen Rechte wie die der Männer standen, sind die besonderen Probleme der Frauen auch heute keineswegs gelöst. Zwar behauptet die „Frauenministerin“ Kristina Schröder (CDU), dass alle wesentlichen Fragen der Gleichstellung von Mann und Frau in Deutschland geklärt seien. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus:

  • von den 4,9 Millionen Teilzeitbeschäftigten in Deutschland sind 87 % Frauen
  • das Gesamtdurchschnittseinkommen der Frauen liegt im Vergleich zu Männern bei nur 64 Prozent
  • Frauen bekommen im Gegensatz zu Männern noch immer ca. 23% weniger Lohn für gleichwertige Arbeit! Damit ist Deutschland europaweit fast Schlusslicht
  • im Niedriglohnsektor liegt der Anteil der Frauen bei 70 %
  • die Renten von Frauen sind deutlich niedriger als die der Männer.

Der Umfang der unbezahlten Haus-, Pflege- und Familienarbeit der Frauen entspricht der Bruttowertschöpfung der gesamten deutschen Industrie. Ohne  diese doppelte Ausbeutung, d. h. die Ausbeutung der Frauen und Männer durch das kapitalistische System und die Besondere Ausbeutung durch die minderwertige Bezahlung der Frauen, könnte diese Gesellschaft  nicht existieren!

Frauen sind weltweit noch immer bzw. immer stärker von Gewalt bedroht – z.B. in Krisen- und Kriegsgebieten, aber auch im häuslichen Bereich. In der länderübergreifenden Bewegung für Freiheit und Demokratie stehen weltweit mutige Frauen im gemeinsamen Kampf der Arbeiter- und Volksbewegung gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Ihr unerschütterlicher Wille, ihre besondere Ausbeutung und Unterdrückung nur deshalb, weil sie Frauen sind, zu beenden, stärkt und bereichert den Kampf für Freiheit und Demokratie um das Ziel der Befreiung der Frau in einer von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft.

„Der 8. März gehört den Frauen der Welt, die lautstark, selbstbewusst und optimistisch ihre Forderungen auf die Straße tragen. Ihr Kampf für Befreiung ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Kampfs für den Sozialismus“, heißt es im Aufruf zum Internationalen Frauentag der ICOR, der internationalen Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen. Als Mitglied der ICOR unterstützt die MLPD nach Kräften die weltweite solidarische Verbundenheit, Koordination und Kooperation der internationalen Frauenbewegung im Kampf für die Befreiung der Frau. Wer sich für dieses Ziel engagieren will, ist herzlich willkommen in der MLPD!

Die Begründerin des internationalen Frauentags, Clara Zetkin, erkannte schon vor fast 100 Jahren:

„Wir müssen Sorge tragen, dass der Frauentag nicht nur eine glänzende Demonstration für die politische Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts ist, sondern darüber hinaus der Ausdruck einer Rebellion gegen den Kapitalismus, eine leidenschaftliche Kampfansage all den reaktionären Maßnahmen der Besitzenden und ihrer willfährigen Dienerschaft, der Regierung.“ (Clara Zetkin, 1914)

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