Provokationen gegen das Kurdische Kulturfestival

09.09.2012 weitere Korrespondenz: An die 40.000 Kurden mit ihren Familien aus ganz Europa kamen auf dem Mannheimer Maimarkt zum XX. Internationalen Kurdischen Kultur Festival unter dem Motto „Freiheit für Abdullah Öcalan - Frieden für Kurdistan“.

In der Presseerklärung der Föderation der Kurdischen Vereine
in Deutschland, YEK-KOM e.V. heißt es: „ Seit vielen Jahren leisten die Kurden für ihre Freiheit, ihre Selbstbestimmung und für den Frieden einen großen Beitrag. Der Widerstand gegen Verleumdung und Vernichtung hält weiterhin an....Mit der Kampagne „Anerkennung der kurdischen Identität in Deutschland.... möchten wir ...auch unseren Status als eigenständige Bevölkerungsgruppe in Deutschland erreichen.“
Extra zu diesem Fest, das bei sonnigstem Wetter in friedlicher und solidarischer Weise stattfand, reisten die Vorsitzenden der Partei für Frieden und Demokratie BDP ( Nordkurdistan/Türkei), Herr Selahattin Demirtas und der Partei der Demokratischen Einheit
PYD (Westkurdistan/Syrien), Herr S. Muslim Muhammed zum Festival an. Die MLPD überreichte wie auch andere Organisationen eine Grußadresse an das Festival (siehe auch "Grußwort").
Ein Vertreter der MLPD überbrachte Herrn Selahattin Demirtas die herzlichsten und solidarischen Grüße des ZK der MLPD und versicherten ihm die Solidarität der ganzen Partei, die Mitglied
der ICOR ist. Herr Demirtas bedankte sich für die Unterstützung des nationalen und sozialen Befreiungskampf des kurdischen Volkes, für die Forderung nach dem sofortigen Aufheben
des PKK-Verbots und für die Freilassung von Abdullah Öcalan. Der Verleumdung des kurdischen Befreiungskampfes als „Terrorismus“ müsse gemeinsam entgegen getreten werden. Herr Demirtas grüßt alle Genossinnen und Genossen, Freunde und Freundinnen der MLPD und des kurdischen Volkes und wünscht viel Erfolg bei der weiteren politischen Arbeit.
MLPD und MLKP führten als ICOR Organisationen gemeinsam und solidarisch einen Bücher- und Informationsstand durch, der immer sehr gut besucht wurde. Rund 300 Unterschriften
für das Manifest von ICOR und ILPS zur Abschaltung aller AKWs weltweit wurden abgegeben und viele grundsätzliche Diskussionen über den Befreiungskampf und seine sozialistische Perspektive
geführt. Genossen aus Mannheim waren unermüdlich im Einsatz und bekamen sogar Unterstützung von MLPD-Genossen aus Magdeburg.
Der unübersehbare Wille und Kampf der Kurden nach Freiheit ist den Herrschenden ein Dorn im Auge und muss bekämpft werden. So wurde der „Freiheitsmarsch gegen Krieg, Lüge
und Unrecht und die Abschaffung des PKK-Verbots“ von an die 200 Teilnehmern eines Marsches von Strassburg nach Mannheim in der Woche vor dem Festival immer wieder von „Türken“ mit der
türkischen Nationalfahne, der türkischen Nationalhymne und antikurdischen Sprüchen provoziert.
Hinter diesen Angriffen stehen die faschistischen „Grauen Wölfe“, die von staatlicher Seite der Türkei unterstützt werden. Von staatlicher deutscher Seite werden sie geduldet, verharmlost,
geschützt und gefördert.
So kam es auch am Ende des Festivals zu den erwarteten gezielten Provokationen. Die provozierten Kurden, hauptsächlich Jugendliche, liefen in die gestellte Falle. „Zufällig“ war der Innenminister und Chef des Landes-Gemeimdienstes Verfassungsschutz, Herr Gall (SPD), am „Ort des Geschehens.“ Die Polizei sei mit „Ziegelsteinen“ - wir erinnern uns an die „Pflastersteine“ vom „Schwarzen Donnerstag“ in Stuttgart - beworfen worden. Steine sind offensichtlich geflogen -
es fragt sich nur, von wem? Der Haupteingang mit tausenden Kurden und ihren Familien wurde mit Pfefferspray angegeriffen, mehrere Kurden wurden verhaftet, abgefilmt und sollen
nun abgeurteilt werden. Die reißerische SWR-Berichterstattung spricht von „Anstachelung“ der Kurden durch ihre „eigene Propaganda“ und von „Gespentischen Szenen, wie man sie sonst nur aus Filmen kennt.“ Die Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel (Partei der Linken), die sich bei der Polizei für eine differenzierte Analyse der so bezeichneten „Randale“ einsetzte und sich gegen die Kriminalisierung des Festivals aussprach, wurde von den Polizeioberen rüde zurechtgewiesen. Das Zusammenspiel reaktionärer, faschistischer und staatlicher Kräfte
scheint aufgegangen zu sein. Am Sonntag Morgen wird auf allen SWR-Nachrichtenkanälen die „Forderung der Polizeigewerkschaft“ nach einem „Verbot derartiger Festivals“ verbreitet.

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MLPD Mannheim/Heidelberg