Nazis raus aus unsrer Stadt!

Mannheim 17.02.2013: Die NPD hatte zu einer Kundgebung auf dem Alten Messplatz in Mannheim aufgerufen, um gegen die angeblich zunehmenden Straftaten von Bulgaren und Rumänen in der Neckarstadt-West zu hetzen.
Nazis raus aus unsrer Stadt!

Antifa-Demo

Dagegen hatte die Politik schon im Vorfeld Stellung bezogen. So hatte z.B. der SPD-Ortsverein des Stadtteils Neckarstadt-West ausdrücklich betont, dass es im Prinzip keine Probleme im Zusammenleben der unterschiedlichen Nationalitäten gebe, obwohl es ab und an zu Störungen komme. Man lasse sich aber das friedliche Zusammenleben nicht von Nazis zerstören.
Zu der Gegendemo am Samstag, 16.2., hatte das Bündnis „Mannheim gegen Rechts“ aufgerufen. Bereits ab 9 Uhr versammelten sich die Gegendemonstranten an 2 Sammelstellen: vor dem Gewerkschaftshaus und im Stadtteil selbst. Ab 10 Uhr trafen sich dann die beiden Demo-Züge auf dem Alten Messplatz, wo für 11 Uhr die Nazis angekündigt waren.
Hunderte Polizisten waren an einer Seite des großen Platzes versammelt; sie hatten ein Quadrat abgezäunt, in das sie die Nazis führen wollten. Rund um diese Einzäunung sammelten sich die Gegendemonstranten. Vorher war dazu aufgerufen worden, möglichst mit viel Krach und Lärm die Kundgebung der Nazis zu torpedieren. Außerdem hatte der linke „Bermuda-Funk“ eine Life-Schaltung auf den Platz organisiert, sodass schon allein dadurch die Nazis nicht zu hören gewesen wären.
Um 11 Uhr ließ die Polizei einen Transit mit 8 NPD-lern mitten zwischen die Polizeiautos fahren. Diese 8 Nazis hielten sich dann dort auf und versuchten immer wieder, mittels auf dem Auto-Dach platzierten Lautsprechern zu reden. Jeder Versuch wurde aber von ohrenbetäubendem Lärm der Antifaschisten zunichte gemacht.
Etwa 1.500 Gegendemonstranten brachten es mit Gleis-Blockaden fertig, die Straßenbahn mit ca. 40 – 50 Nazis zur Umkehr zu zwingen. Und auch andere Straßen, die zum Alten Messplatz führen, wurden entsprechend „verteidigt“. Die Taktik der Polizei war während der insgesamt 4 Stunden völlig auf De-Eskalation ausgelegt – sie griffen zu keinem Punkt ein, auch nicht, als die überwiegend jugendlichen Antifaschisten auf die Neckarbrücke stürmten, als es (per sms) hieß, die Straßenbahn mit den Nazis käme. Das war ein positiver Beweis dafür, dass es in Mannheim „keinen Platz für Faschisten gibt“.

Das Bündnis "Mannheim gegen Rechts" schreibt heute: "Die Initiatoren von Mannheim gegen Rechts sind sehr erfreut, dass sich viele Menschen an der Protestaktion beteiligt haben. Unser Widerstand war bunt, phantasievoll und sehr breit und hat deutlich gemacht, dass die Nazis bei uns keinen Platz finden und dass man mit Zivilcourage den Anmarsch von NPD-Anhängern verhindern kann."
Die MLPD sowie der Rebell waren ebenfalls aktiv dabei und sammelten offensiv Unterstützungsunterschriften für die Bundestagswahl. Insgesamt kamen so 60 Unterschriften zusammen.

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MLPD Mannheim/Heidelberg