IG Metall Mannheim sagt: "Nein zu diesem Ergebnis"

03.07.2013: Eine Korrespondenz aus Mannheim zu dem Tarifabschluss der IG Metall:

IG Metall Mannheim sagt:

"Nein zu diesem Ergebnis"

Die Delegiertenversammlung der IG Metall Mannheim stimmte am 29.Mai mit überwiegender Mehrheit dafür, dass das Tarifergebnis in der Metall- und Elektroindustrie aus Bayern nicht übertragen wird. Die Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, eine kurze Laufzeit und keine Einmalzahlung ( in diesem Fall Null-Euro) ist meilenweit entfernt von diesem Ergebnis. Das kann nicht akzeptiert werden! Dem ging zwei Tage vorher ein Beschluss auf der Vertrauensleute-Vollversammlung von Mannheims größtem Betrieb, Mercedes-Benz, voraus, wo ebenfalls das Ergebnis mehrheitlich abgelehnt wurde.

Der IGM-Vertrauenskörper von Alstom hatte ebenfalls zwei Tage vorher den Tarifabschluss mit folgender Erklärung abgelehnt:

"NEIN zu diesem Ergebnis! Mit dem Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie hat der IG Metall-Vorstand erneut ein Eigentor geschossen. Unsere Forderung lautete: 5,5% bei einer Laufzeit von 12 Monaten! Das tabellenwirksame Ergebnis liegt bei einer Laufzeit von 20 Monaten aber nur bei rund 2,8%. Angesichts der 37,1 Milliarden Euro an Nettorenditen in der Metall- und Elektroindustrie haben wir viel mehr verdient. Es ist absolut nicht nachvollziehbar, warun bei dem Abschluss die Umverteilungskomponente keine Rolle gespielt hat.

Zudem widerspricht das Ergebnis tarifpolitischen Absprachen im Rahmen des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes und der notwendigen Solidarität mit unseren KollegInnen in anderen EU-Ländern. Über 750.000 Kolleginnen und Kollegen haben in fast allen Betrieben mit einer massiven Warnstreikwelle Druck gemacht. Das großartige Engagement unserer Mitglieder und FunktionärInnen wird durch diesen Abschluss mit Füßen getreten. Die Glaubwürdigkeit unserer IGM wird dadurch erneut beschädigt. Wir sind empört, dass den Worten, unsere Forderung konsequent durchzusetzen, keine Taten gefolgt sind. Offensichtlich steht die Vermeidung von Streiks mittlerweile an erster Stelle für den IGM-Vorstand. So kann es nicht weitergehen. Die IGM ist ausschließlich ihren Mitgliedern gegenüber verpflichtet.

Wir brauchen eine IG Metall, die für ihre Mitglieder und FunktionärInnen als Gegenmacht für alle Bereiche der Metall- und Elektroindustrie aktiv und erfahrbar wird!

Nur wer kämpft, kann gewinnen."

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MLPD Mannheim/Heidelberg