Kundgebung zum "Tag gegen Gewalt an Frauen"

26.11.2012: : In Mannheim fand eine bunte, laute und fröhliche Kundgebung anlässlich des "Tags gegen Gewalt an Frauen" statt. Träger dieser Veranstaltung, die am Samstag in der Innenstadt durchgeführt wurde, war das Offene Netzwerk Mannheimer Frauen.
Kundgebung zum "Tag gegen Gewalt an Frauen"

24. November in Mannheim

Neben der gemeinsamen Losung „Frei leben, ohne Gewalt“ schmückten verschiedene Transparente von Gruppen sowie ein Band mit Fahnen verschiedenster Länder den Pavillon als Zeichen unserer internationalen Verbundenheit.
Eine Couragefrau eröffnete die Kundgebung zusammen mit einer Vertreterin des kurdischen Vereins Ludwigshafen. Sie wiesen auf die vielfältige körperliche, sexuelle und seelische Gewalt hin, der Frauen weltweit ausgesetzt sind und dass die Gewalt gegen Frauen im Zusammenhang mit vielen krisenhaften Entwicklungen zunimmt. Gleichzeitig nimmt aber auch der Kampf gegen Gewalt an Frauen und Kindern einen größeren Stellenwert ein, was sich zum Beispiel daran zeigt, dass alleine in Deutschland rund um den 25. November in Hunderten von Städten Kundgebungen, Veranstaltungen und Fahnenaktionen stattfinden. Vertreterinnen von Migrantinnenorganisationen wie SKB, DIDF, kurdischer Verein und der Bund der Migrantinnen berichteten von der menschenverachtenden Politik der türkischen Regierung gegen  Frauen und Kinder in der Türkei und Türkisch-Kurdistan. Besonders die Frauen sind den polizeilichen und militärischen Angriffen, den Demütigungen und Übergriffen  ausgesetzt. Auch berichteten sie über ihren 62-tägigen Hungerstreik als Protest gegen diese Politik und warben mit Unterschriftenlisten für die Solidarität mit ihrem Kampf.
Es waren u. a. Frauen der Parteien die Grünen (Frauenarbeitskreis), die Linke und MLPD vertreten. Die Vertreterin der MLPD wies vor allem auf die strukturelle Gewalt hin, die das kapitalistische System durch die doppelte Ausbeutung der Frau ausübt. Dazu gehört auch die Zerstörung der Umwelt, die sich verschärfende Altersarmut und der Niedriglohnsektor, denen sich vor allem Frauen ausgesetzt sehen, wenn sie für Kinder und Familie die Verantwortung haben.
Es gab viele intensive Gespräche; viele konnten zustimmen, dass Gewalt - in welcher Form auch immer - auch ihr Leben betrifft.  Mit 2 Unterschriftensammlungen wurde auf weitere Facetten der Gewalt hingewiesen: zum einen auf eine Kampagne von Terre des Femmes für das Bleiberecht für Opfer von Menschenhandel in Deutschland sowie eine zweite Sammlung gegen die in Deutschland verbreitete „Rechtsprechung“, Vergewaltiger freizusprechen, gemäß dem Motto das Opfer hätte ja weglaufen können…
Insgesamt war es eine gelungene gemeinsame Kundgebung, die Mut macht für weitere kämpferische Aktivitäten, zum Beispiel am Internationalen Frauentag 2013.

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MLPD Mannheim/Heidelberg